Pflege

Die Menschen werden immer älter. Das ist eine positive Entwicklung. Gleichzeitig sind damit neue Herausforderungen verbunden: Unser Ziel ist Sicherheit, Teilhabe und Selbstbestimmung in jedem Alter. Wir wollen dem Wunsch älterer Menschen, möglichst lange im gewohnten Umfeld zu leben, Rechnung tragen und gleichzeitig eine bedarfsgerechte Pflegestruktur vorhalten. Die Förderung von ambulanten Strukturen im Quartier und gute Rahmenbedingungen für möglichst wohnortnahe stationäre Angebote sind dabei für uns wichtig.

  • Einer hilft dem anderen: Zwei ältere Menschen klettern auf einen Baum. (Foto: dpa/picture alliance)

Landespflege reformiert

Unser Ziel ist das Altern in Würde. Dazu gehört, dass Menschen, solange es geht und sie es wollen, in ihrer häuslichen Umgebung bleiben dürfen und können. Deshalb haben das Landespflege- sowie das Wohn- und Teilhabegesetz reformiert. Damit haben wir die Rahmenbedingungen für eine qualitätsgesicherte, ortsnahe und zukunftsorientierte Pflegestruktur gestaltet und neue Wohn- und Pflegeformen berücksichtigt. Auch auf die Belange der pflegenden Angehörigen und Pflegenden wird in besonderer Weise eingegangen werden.

Mit den Stimmen fast aller Fraktionen beschloss der Landtag die Einführung des Pflegegesetzes - neben SPD und Grünen stimmten auch die Abgeordneten von CDU und FDP dem "GEPA NRW" zu. GEPA, das steht für: "Gesetz zur Entwicklung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeorientierten Infrastruktur und zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen".

Das "GEPA NRW" ist ein übergreifendes Reformgesetz für das gesamte Landesrecht zum Thema Pflege und Alter: Es bündelt die Überarbeitung des Wohn- und Teilhabgesetzes (aus dem Jahr 2008) und die Weiterentwicklung des bisherigen Landespflegegesetzes (2003) in ein Alten- und Pflegegesetz. Nach der Verabschiedung des Änderungsgesetzes GEPA NRW bestehen die beiden geänderten Gesetze Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) und Alten- und Pflegegesetz (APG) eigenständig nebeneinander in den veränderten Fassungen.

Die Reformvorschläge wurden gemeinsam mit Verbänden, Pflegekassen, Selbsthilfegruppen und Angehörigenvertretungen erarbeitet mit dem Ziel, verstärkt die vielfältigen Lebensentwürfe älterer Menschen und ihrer Angehörigen zu berücksichtigen und Angebote sowie Leistungen flexibler zu gestalten.

Unser Leitgedanke ist bei allem: Für ein selbstbestimmtes Leben - in einer solidarischen Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen dabei stets der Mensch und seine Bedürfnisse. Alle Menschen, ganz gleich welchen Alters und welchen Geschlechts, sollen ihren Platz in der Gemeinschaft finden und sich dabei individuell entfalten können.

Pflegeausbildung gesichert

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird bis 2050 fast um das Doppelte auf knapp eine Million ansteigen. Gleichzeitig zeichnet sich ein dramatischer Fachkräftemangel im Bereich der Pflege ab. Deswegen hat die Landesregierung Mitte 2012 mit Erfolg eine Ausbildungsumlage eingeführt: Erfreulich ist, dass nach dieser Einführung innerhalb von nur 24 Monaten die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege um 45 Prozent angestiegen ist. Im Jahr 2010 waren es 10.000 junge Frauen und Männer, 2012 bereits 12.000, 2013 fast 14.500 und 2014 bereits 16.800.

Durch Einführung der Umlagefinanzierung haben wir die Zahl der Auszubildenden in der Pflege in Nordrhein-Westfalen damit um 70 Prozent steigern können. Damit in Zukunft auch die geburtenstarken Jahrgänge angemessen versorgt werden können, muss das Land beständig um den Pflegekräftenachwuchs werben.

NRW ist somit Vorreiter bei der Förderung der Pflege. Einige Zahlen hierzu im Überblick:

  • Verdoppelung der Fördermittel für Pflegeausbildungen (Altenpflege, Altenpflegehilfe, Familienpflege):
    2010: 32,0 Millionen Euro
    2011: 34,7 Millionen Euro
    2012: 39,2 Millionen Euro
    2013: 54,8 Millionen Euro
    2014: 58,3 Millionen Euro
    2015: 64,0 Millionen Euro (davon 60 Millionen Euro für Altenpflege-Ausbildung)
  • Anstieg der landesgeförderten Ausbildungsplätze in der Altenpflege seit Einführung der Umlagefinanzierung im Jahr 2012 um fast 70 Prozent:
    bis Dezember 2011: 10.000 Plätze
    bis Dezember 2014 : 16.800 Plätze
  • Reform des Landespflegerechts (GEPA NRW) im Oktober 2014 umgesetzt, unter anderem um ambulante und quartiersnaher Betreuungs- und Wohnangebote zu stärken
  • Erprobung akademischer Ausbildungsgänge in Gesundheits- und Pflegeberufen: Elf Modellstudiengänge in NRW bieten insgesamt 1.840 Plätze; Kompetenzerweiterung erhöht die Attraktivität der Pflegeberufe
  • In Nordrhein-Westfalen gibt es seit Frühjahr 2015 eine zentrale Plattform für Berufsinhalte sowie Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Pflege - das Internetportal "NRW für Pflegeberufe" www.pflegeberufe-nrw.de.
Grafik: Starker Einsatz für Altenpflegeausbildung seit 2010 in NRW
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