Glossar Flüchtlinge

Subsidiärer Schutz

Subsidiärer Schutz bedeutet, dass den Aslysuchenden zwar weder Asyl nach dem Grundgesetz noch Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention gewährt wird, sie aber einen nachrangigen (sogenannten subsidiären) Schutz erhalten. Während bei Asyl und internationalem Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention beispielsweise die Familienangehörigen nachgeholt werden können, ist dies bei subsidiärem Schutz in der Regel nicht möglich. Auch hinsichtlich der Voraussetzungen für eine Niederlassungserlaubnis für einen unbefristeten Aufenthalt sind bei subsidiärem Schutz die Anforderungen deutlich höher.

Subsidiären Schutz erhalten Ausländer, wenn ihnen in ihrem Herkunftsstaat die konkrete Gefahr der Todesstrafe, der Folter oder anderer unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder eine ernsthafte individuelle Bedrohung des Lebens infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen bewaffneten Konflikts droht (§ 4 AsylVfG) , ohne dass die Voraussetzungen der Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft vorliegen. Sie sind vor einer Abschiebung geschützt (§ 60 Absatz 2 und 3 AufenthG).

Personen mit subsidiärem Schutz erhalten gemäß § 25 Absatz 2 in Verbindung mit § 26 Absatz 1 Satz 3 AufenthG eine Aufenthaltsgenehmigung für zunächst ein Jahr, die bei Fortbestehen der drohenden Gefahr um zwei weitere Jahre verlängert wird.