Glossar Flüchtlinge

Clearingverfahren (Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge)

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden zunächst vom örtlich zuständigen Jugendamt in Obhut genommen. Daran schließt sich ein sogenanntes Clearingverfahren an. Das Vorgehen unterscheidet sich hier jedoch von Bundesland zu Bundesland und reicht von kurzen Gesprächen bis hin zu auf mehrere Wochen angelegten Clearingverfahren.

Mit Hilfe des Verfahrens soll der Hilfebedarf des Jugendlichen festgestellt werden.

Das Clearingverfahren klärt Fragen wie beispielsweise:

  • Alterseinschätzung
  • Wie ist seine psychische und körperliche Verfassung, sein Gesundheitszustand?
  • Welche Informationen gibt es zur Identität des minderjährigen Flüchtlings?
  • Hat der Minderjährige Familienangehörige (z.B. Eltern, Onkel, Tantel, Cousin/Cousine oder erwachsene Geschwister)in der Bundesrepublik oder einem anderen Land und ist es gegebenenfalls möglich, die Familie wieder zusammenzuführen?
  • Welche Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe benötigt der unbegleitete minderjährige Flüchtling im Alltag?
  • Welche Art der Unterbringung ist für den Flüchtling geeignet und wo kann er wohnen?
  • Wer übernimmt fortan die Begleitung zum Leben in der neuen Heimat?
  • Welche Perspektiven hat der Flüchtling und wie können diese genutzt und ausgebaut werden?

Die notwendigen weiteren Schritte werden in einem Hilfeplan nach § 36 SGB VIII festgelegt. Meist wohnen die Jugendlichen dann bis zum 18. Lebensjahr in einer sozialpädagogischen Wohngruppe. Danach sind sie in der Regel auf sich allein gestellt, da Hilfen für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII meist aus Kostengründen nicht gewährt werden.

Handreichung des Landes NRW für den Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen in NRW