Thema Familie & Kinder

Starke Familien - starke Kinder

Familien sind der Kern für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Hier wird Solidarität gelebt, hier werden die entscheidenden Weichen für Bildung und Erziehung gestellt. Familie ist längst gelebte Vielfalt, wo vielerorts noch um mehr Diversität gerungen wird. Ob verheiratete oder unverheiratete Paare, Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Paare, Patchwork-, Mehrkinder- und Mehrgenerationenfamilien – Familie ist da, wo Kinder leben und wo Menschen für- und miteinander Verant­wortung übernehmen.

Unsere zentralen Forderungen im Überblick

  • Die Kita muss vollständig gebührenfrei werden.
  • Die sogenannten Kindpauschalen müssen durch eine feste Sockelfinanzierung ersetzt werden, damit Kitas besser und langfristiger planen und arbeiten können.
  • Alleinerziehende Eltern müssen deutlich entlastet werden, zum Beispiel durch Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen.
  • Wir brauchen außerdem endlich eine Kindergrundsicherung, die das Wohl und die tatsächlichen Bedarfe von Kindern in den Mittelpunkt stellt.

Nur wo Menschen selbstbestimmt und in finanzieller Sicherheit leben können, können sie wirklich füreinander da sein und Kindern einen guten Start in die Zukunft ermöglichen. Deshalb sind die Voraussetzungen, die wir für Familien schaffen, entscheidend für die soziale Gerechtigkeit in unserem Land.

Die Realität zeigt: Vielfältige Herausforderungen und Schwierigkeiten setzen Familien heute stark zu. Einer alleinerziehenden Mutter auf dem Land brennen andere Themen unter den Nägeln als einem Paar mit drei Kindern in Köln. Doch egal, ob es um flexiblere Öffnungszeiten von Kindergärten, bessere und sichere Verkehrsanbindungen oder um die Bezahlbarkeit einer angemessen großen Wohnung geht - bei Themen, die Familien elementar betreffen und belasten, darf es kein Entweder-oder und kein Vertrösten in eine vage Zukunft geben. Familien leben um Hier und Jetzt. Deshalb muss Politik dafür sorgen, dass sie hier und jetzt bestmögliche Bedingungen vorfinden.

Eine verlässliche und gute Kinderbetreuung ist das A und O

Frühkindliche Bildung ist das A und O für eine gute Entwicklung des Kindes. Darüber bestehen keine Zweifel. Die Aufgabe der Politik ist es, dafür zu sorgen, dass Mütter und Väter mit Ablauf der Elternzeit ihr Kind in einer Kita – viele sagen immer noch Kindergarten dazu – sicher und gut betreut wissen. Ein Platz in der Wunschkita im eigenen Quartier ist allerdings für Eltern meist ein Grund zum Feiern. Deshalb müssen dafür die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden.

Manche Städte helfen mit einem „Kitanavigator“ bei der Suche, doch viel zu häufig ist man bei seiner Tournee durch die Institutionen auf sich allein gestellt.

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Wie man einen Betreuungsplatz findet, wie teuer er ist und wie weit die zumutbare Distanz zwischen Wohnung und Kindergarten definiert wird, ist in NRW leider nicht einheitlich geregelt. Während in manchen Kommunen keine Gebühren erhoben werden, zahlen Eltern an anderen Ort mehrere tausend Euro im Jahr. Dieser Flickenteppich ist zutiefst unsozial.

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„Die Unser oberstes Ziel ist und bleibt: Die Elterngebühren müssen weg, ein Kindergartenplatz muss kostenlos für alle verfügbar sein - nur das ist sozial gerecht! Leider fehlt der schwarz-gelben Landesregierung dafür der Wille.“

Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW

Antwort auf die Große Anfrage zu Kita-Gebühren

  • Antwort auf die Große Anfrage "Kita- und OGS-Gebühren sowie weitere finanzielle Belastungen der Familien in NRW " Drucksache 17/3201 
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Kitas – oder Kindergärten – müssen in der Nähe des Wohnorts sein. Es kann nicht sein, dass Eltern morgens eine halbe Stunde mit dem Auto unterwegs sind, um ihr Kind ans andere Ende der Stadt zu bringen. Das führt morgens zu Stress und geht nachmittags ab von der gemeinsamen Zeit. Leider fehlen in NRW aber immer noch zu viele Erzieherinnen und Erzieher, um ein flächendeckendes Angebot so zu gewährleisten, dass der jeweilige Bedarf vor Ort passgenau gedeckt werden kann. Wir brauchen deshalb dringend mehr Menschen, die sich für diesen wichtigen Beruf entscheiden und müssen dafür sorgen, dass der Beruf endlich auch attraktiver wird.

Auch die starren Buchungsmodelle mit entweder 25 oder 35 oder 45 Stunden Betreuung müssen durch ein flexibleres System ersetzt werden, das sich an die Lebensrealität der Familien anpasst.

Dabei geht es nicht darum, das Familienleben dem Arbeitsmarkt unterzuordnen oder das Kind „dauerbetreuen“ zu lassen. Sondern darum, dass man sein Kind auch in sogenannten Randzeiten in guten und vertrauten Händen weiß, wenn man z.B. im Schichtdienst arbeitet. Wir wollen keine 24-Stunden Kitas, sondern Lösungen, die das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellen, dazu gehört z.B. auch die Betreuung im häuslichen Umfeld.

 

Erzieherinnen und Erzieher leisten wertvolle Bildungsarbeit für die frühkindliche Entwicklung. Das soziale Miteinander, das Verhalten in Gruppen, Sprachentwicklung, vorschulische Kenntnisse wie erste Grundlagen für Rechnen, Lesen und Schreiben – all das und vieles mehr lernen unsere Kinder bereits hier. Frühkindliche Bildung ist Beziehungsarbeit. Eltern sowie  Erzieherinnen und Erzieher gehen eine Erziehungspartnerschaft ein. Diese basiert auf Vertrauen und gegenseitige Anerkennung. Um das alles aber gewährleisten und dieser Erwartungshaltung auch gerecht werden zu können, brauchen die Kitas bessere Rahmenbedingungen.

Damit die Kitas hierfür besser planen und arbeiten können, setzen wir uns für eine neue Finanzierung ein:

  • Weg von den sogenannten Kindpauschalen, bei denen die Einrichtungen immer nur genau so viel Geld bekommen, wie Kinder mit einer vertraglich festgelegten Stundenzahl in die Kita gehen.
  • Hin zu einer festen Sockelfinanzierung, mit der die Einrichtungen unabhängig von der realen Belegung einen festen Beitrag zugewiesen bekommen, mit dem sie ihre Kapazitäten besser planen und in die Qualität ihrer Arbeit investieren können. Leider setzt die schwarz-gelbe Landesregierung aber auch weiterhin auf die Kindpauschalen. Damit hat sie eine große Chance vertan. Das sagen auch die Experten.

Für die seit Jahren steigenden Ansprüche an die Erzieherinnen und Erzieher muss es zudem endlich eine angemessene Bezahlung geben.

Jeder, der mit Kindern zu tun hat, weiß: Die mehr als 100.000 Erzieherinnen und Erzieher in NRW leisten Tag für Tag eine wichtige und sehr anspruchsvolle Arbeit für unser aller Wohl. Sie kümmern sich tagtäglich um über 530.000 Mädchen und Jungen ab dem Rechtsanspruch bis zum Übergang ist die Grundschule. Das zeigt: Der sogenannte Fachkraft-Kind-Schlüssel, der beschreibt, wie viele Kinder von einer Fachkraft betreut werden, muss deutlich verbessert werden. Eine angemessene Bezahlung von Anfang an, auch während der Ausbildung, und berufliche Fortbildungsmöglichkeiten sind der beste Schlüssel dazu, neue Fachkräfte zu gewinnen und den Betreuungsschlüssel weiter zu verbessern.

 

Dass unsere Kinder gerne in die Kita gehen und dass sie dort die beste Bildung von Anfang an erfahren, muss sich unsere Gesellschaft mehr kosten lassen!

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Kritik am KiBiZ

  • „Kritik am neuen Kinderbildungsgesetz“ Kompakt-Info
  • Antrag „Zehntausende Eltern in Nordrhein-Westfalen fordern fairen Zugang zu frühkindlicher Bildung: Die KiTa muss beitragsfrei werden“ Drucksache 17/4452
  • Antrag „Die Steilvorlage aus Berlin nutzen – KiBiz in NRW grundlegend reformieren“ Drucksache 17/6252

Hilfen für Alleinerziehende

Alleinerziehende und Paare haben oft nicht nur zeitliche Schwierigkeiten, die Anforderungen des Familienlebens bestmöglich zu erfüllen. Auch wer eine passende Betreuung oder einen OGS-Platz erhalten hat, ist häufig stark belastet. Der Haushalt muss erledigt werden, die Kinder brauchen Unterstützung bei den Hausaufgaben oder ihren Hobbies. Möglicherweise gibt es auch noch andere Angehörige, um die man sich kümmern muss. Echte Entlastung, etwa durch eine Haushaltshilfe, ist für viele nicht bezahlbar. Entsprechend durchgetaktet und anstrengend ist der Alltag, insbesondere für Alleinerziehende.

„Die bestehenden Unterstützungsangebote sind aus unserer Sicht nicht ausreichend, um von einer wirklichen Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben zu sprechen. Insbesondere alleinerziehende Frauen und ihre Kinder haben nach wie vor ein großes Armutsrisiko.“

Regina Kopp-Herr, stellvertretende Fraktionsvorsitzende

Derzeit beziehen laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) rund 45 Prozent der Alleinerziehenden in NRW Hartz IV. Hier ist dringend mehr staatliche Verantwortungsübernahme gefragt. Denn neben den Eltern sind es vor allem die Kinder, die durch mangelnde soziale Teilhabe und geringere Bildungschancen benachteiligt sind. Ihre Aufstiegschancen fallen entsprechend gering aus.

Deshalb schlagen wir einen 16 Punkte (siehe Plenarantrag) umfassenden Maßnahmenkatalog vor, der vor allem in den Bereichen Zeitsouveränität, Kinderbetreuung und Berufsperspektive Verbesserungen für Alleinerziehende schaffen soll.

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Unsere Initiative

  • Antrag "Unterstützung für alleinerziehende Mütter und Väter in Nordrhein-Westfalen stärken!" Drucksache 17/6254

Kinderarmut bekämpfen – Kindergrundsicherung einführen

Neben einer verbesserten Betreuungssituation für Klein- und Schulkinder müssen konkrete Unterstützungsangebote gemacht und die Zugänge zu ihnen erleichtert werden. Gutscheine für Haushaltshilfen, bessere Netzwerke, kostenlose Beratungsstellen, wie sie unter anderem im Gute-Kita-Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey abgebildet sind, müssen auch in NRW konsequent umgesetzt werden. Wir brauchen außerdem endlich eine Kindergrundsicherung, die das Wohl und die tatsächlichen Bedarfe von Kindern in den Mittelpunkt stellt.

Die Zahl armer und von Armut bedrohter Kinder nimmt in Deutschland zu. 3 Millionen Kinder und Jugendliche gelten hierzulande als arm – das ist jedes fünfte Kind. Von rund 13 Millionen Kindern in Deutschland leben ca. vier Millionen in Familien, in denen das Geld knapp ist. Familien, in denen die Eltern Sozialleistungen beziehen oder geringe Einkommen haben.

Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten armer Kinder werden deutlich eingeschränkt. Sie müssen mit Einschränkungen bei der Grundversorgung mit Nahrung und Kleidung, in sozialen Beziehungen und gesellschaftlichen Kontexten, bei der Gesundheit und bei kultureller Teilhabe leben. Deshalb fordern wir: Wir müssen diese Kinder aus Hartz IV holen.

Unsere Initiative

 

Das so viele Kinder in unserem Land von Armut bedroht sind, ist ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes!

Um Kinder ein Aufwachsen in Armut zu ersparen, machen wir uns deshalb auf Bundesebene stark für eine Kindergrundsicherung, die sich am tatsächlichen Bedarf des Kindes orientiert.

Auch wer nicht unmittelbar von Armut bedroht ist, muss dabei unterstützt werden, mit seiner Familie in sicherem finanziellen Rahmen leben zu können. Arbeiten darf darüber hinaus nicht als „Luxus“ empfunden werden, den man sich „leisten“ können muss, wenn man auch eine Familie hat. Frauen und Männer müssen sich mit gutem Gefühl entscheiden können, zu arbeiten und für die Familie da zu sein. Und sie müssen dafür gleichwertig entlohnt werden.

Dass Frauen für gleiche Arbeit immer noch so oft schlechter bezahlt werden als Männer, ist nicht akzeptabel. Für Gleichstellung treten wir im Land und bundesweit in allen Bereichen ein.

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Steuern und finanzielle Unterstützung

Sozial gerecht ist, wenn Kinder in den Mittelpunkt von steuerlichen Entlastungsfragen gestellt werden. Auch dass nicht verheiratete Paare steuerlich schlechter gestellt sind als verheiratete, ist weder gerecht noch entspricht es unserer gesellschaftlichen Realität.

Ein rückwärtsgewandtes Ehegattensplitting werden wir weiter mit aller Vehemenz bekämpfen. Denn nicht das berufliche Ausbremsen von Frauen, die anschließend in die Altersarmut zu rutschen drohen, gehört gefördert – sondern das Leben mit Kindern, das bei aller Freude viel Einsatz verlangt und Geld kostet.

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„Es ist höchste Zeit für einen Systemwechsel, der die unterschiedlichen existierenden Familienleistungen und Unterstützungsmaßnahmen sowie das teilweise intransparente Chaos aus Steuerfreibeträgen, Unterhaltsansprüchen, Verrechnungszwängen und Nachweispflichten vereinfacht und stärker miteinander verbindet.“

Wolfgang Jörg, Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend

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