Ein gelungener Ganztag

Der schulische Ganztag ist ein zentraler Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit. Schule muss ein aktiver sozialer Ort des Lernens und der Begegnung werden. Der Ganztag schafft dafür den nötigen Raum und gibt unseren Kindern die Zeit, ihre Stärken und Begabungen, aber auch ihre Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft entwickeln zu können.

 

Für die Zukunft des Ganztags haben wir ein Konzept mit sieben Thesen erstellt:

These 1: Kernzeiten, Verlässlichkeit und Flexibilität

·Der Ganztag wird klar als Bildungsangebot definiert. Wir streben eine gebundene und rhythmisierte Form der Ganztags-Grundschule an. Entweder umfasst der Schulbetrieb an fünf Tagen sieben oder an fünf Tagen acht Stunden. Über die Zahl der Stunden und ihre Verteilung über die Wochentage entscheidet die Schulkonferenz.

These 2: Mitarbeit von Trägern

Auch in Zukunft sollen Träger die Arbeit im Ganztag bereichern. Das Motto lautet: „Schule muss sich in den Sozialraum und zu anderen Professionen öffnen – nur so kann Bildung gelingen.“

These 3: Einbindung der Träger in die Schulstruktur

Wir sprechen uns dafür aus, dass sich auch in den schulischen Strukturen eine starke Rolle der Träger abbilden muss.

These 4: Finanzierung

Für den Ganztag muss endlich eine gute finanzielle Ausstattung bereitgestellt werden. Das Land muss seinen Finanzierungsanteil wesentlich erhöhen und dafür sorgen, dass Elternbeiträge entfallen können. Kostenfreie Bildungsangebote sind eine Grundforderung der SPD.

These 5: Beschäftigungsverhältnisse

Wir sprechen uns dafür aus, dass sich die angestrebte multiprofessionelle Ausrichtung des Ganztags durch den Einsatz von Fachkräften widerspiegelt. Den Beschäftigten müssen gute und sichere Arbeitsverhältnisse angeboten werden.

These 6: Räumliche Qualitätsstandards

Wir streben eine landesweite Schulbaurichtlinie an. Die räumlichen Bedingungen in den Ganztagsschulen dürfen nicht mehr von der Kassenlage der Kommune abhängen.

These 7: Ganztag in der Sekundarstufe I

Wir wollen, dass sich auch der Ganztag in der Sekundarstufe in den Sozialraum und zu anderen Professionen öffnen muss.


Zu einem guten Ganztag gehört auch gesundes Essen.

Ergänzend zu diesem Konzept hat die SPD-Fraktion als weiteren Baustein für einen gelungenen Ganztag einen Plenarantrag beschlossen, mit dem sie einheitliche Qualitätsstandards für gesundes Essen in Kita und Schule fordert.

Eine gute Essensversorgung an unseren Kitas und Schulen ist ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die Folgen von Kinderarmut. Jedes Kind muss Zugang zu mindestens einem gesunden, warmen und kostenfreien Essen haben.

Das Ziel muss daher lauten, in Kitas und Schulen perspektivisch flächendeckend Frischküchen zu etablieren. Unabhängig von zahlreichen praktischen und qualitativen Vorteilen lässt sich die Frischküche auch gut mit ernährungspädagogischen Konzepten an Kitas und Schulen verknüpfen.

Schulische Bildung und Aufklärung in Ernährungsfragen sollen dazu sowohl inhaltlich in der Lehrerfort- und Ausbildung als auch strukturell in den Bildungs- und Kultusministerien fest verankert werden.

Es zeigt sich allerdings, dass die für eine hohe Qualität erforderlichen Finanzmittel nicht in ausreichendem Maße von der Landesregierung zur Verfügung gestellt werden.

Wie schon bei der ungerechten Lehrerbesoldung (Stichwort: „A13 für alle!“) lässt Schulministerin Gebauer bisher keine Initiative erkennen, einen offensichtlichen Missstand zu beseitigen.

Stattdessen überlässt Frau Gebauer die Bildungspolitik dem Finanzminister.

Ein schulscharfer Sozialindex - dringend benötigt.

Das gilt auch für die Umsetzung eines schulscharfen Sozialindexes, der auf Basis der örtlichen Herausforderungen die Grundlage für die personelle und sachliche Ausstattung jeder Schule sein soll.

Mit einem Sozialindex soll keiner Schule auch nur eine Lehrerin oder auch nur ein Lehrer weniger zugeteilt werden. Im Gegenteil: Da, wo die Bedarfe besonders groß sind, sollen die Schulen zusätzliches Lehrpersonal erhalten. Ein schulscharfer Sozialindex hätte damit den deutlichen Effekt einer Bildungsverstärkung. Derzeit existiert ein Sozialindex nur auf Ebene der Schulämter.

Ein schulscharfer Sozialindex soll sich natürlich auch auf den Offenen Ganztag auswirken, damit jede Schule entsprechend ihrer Herausforderung ausgestattet werden kann.

In Zeiten des Lehrermangels vor allen Dingen an Grundschulen beißt sich die Katze hier allerdings in den Schwanz. Umso wichtiger ist es, dass Frau Gebauer endlich Farbe bekennt und sich beim Finanzminister mit der Forderung nach A13 für alle durchsetzt.