Umweltminister Oliver Krischer hat sich heute bei einem Termin bei Wipperführt über den Zustand der Brückeninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und den notwendigen Sanierungsumfang informiert. Hunderte Brücken sind demnach sanierungsbedürftig. Hierzu erklärt Gordan Dudas, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW: 

Die Bundesregierung macht es mit den LNG-Terminals vor: Deutschland kann Infrastruktur in Rekordzeit schaffen. Nachdem die Bundesregierung Tempo bewiesen hat, muss der Neubau der Brücken, für welche das Land NRW verantwortlich ist, ein Projekt sein, bei dem die Landesregierung zeigt, dass sie auch Tempo kann. Doch statt anzupacken scheint sich Minister Krischer Probleme nur anzuschauen. Sein eigenes Haus hat schon im Januar von etwa 200 Brücken in NRW berichtet, die neu gebaut werden müssen. Beim Termin Wochen später bleibt Minister Krischer genaue Neubau- und Sanierungspläne weiter schuldig.

Wir erleben abermals das Zeugnis eines Umweltministers, der Verkehr nicht mal in Teilzeit behandelt. Unsere Fraktion hat den Minister für den Verkehrsausschuss kommende Woche aufgefordert, einen umfassenden Bericht zu den Brücken in NRW vorzulegen. Wenige Tage bevor der Minister das Parlament informieren soll, informiert er sich selbst. Das lässt für die kommende Woche Schlimmes befürchten. Die Brücken in NRW bröckeln weg. Das muss doch auch der Minister endlich begreifen. Es ist auch bekannt, wie enorm der Sanierungsstau ist. Wir erwarten, dass Minister Krischer endlich konkret wird. Minister Krischer muss einen Masterplan für funktionsfähige Brücken im Land entwickeln. Dieser muss langfristig angelegt sein, um beim Sanierungsstau dauerhaft vor die Lage zu kommen. Ankündigungen für dieses Jahr und einzelne Bauwerke genügen nicht. Viel zu lange ist das Land untätig geblieben. Schon in der vergangenen Legislatur haben wir einen Brückengipfel mit Akteuren aus Logistik und Wirtschaft gefordert, um die Brücken umfassend in den Blick zu nehmen. Passiert ist nichts.

Dabei kennen wir die Folgen von gesperrten und abgelasteten Brücken nun zu Genüge. Ein Beispiel ist die Talbrücke Rahmede, wodurch der Verkehr nun weitere Straßen und Brücken an die Grenzen bringt. Hier hat Hendrik Wüst noch als Verkehrsminister einen rechtzeitigen Neubau verpasst. Jetzt ist seine Landesregierung verkehrspolitisch vor allem damit beschäftigt, seine Verantwortung zu vertuschen. Für Pendlerinnen und Pendler sind solche Brücken-Lockdowns eine Zumutung, für die umliegende Wirtschaft geht Umsatz verloren. Und es müssen in der Folge wieder andere Brücken gesperrt oder zumindest abgelastet werden, wie zuletzt an der B236 in Altena. Hier dürfen keine Fahrzeuge oberhalb von 3,5 Tonnen mehr drüber fahren. Das droht zum Domino-Effekt zu werden. Daher fordern wir den Minister auf: Legen Sie endlich einen umfassenden Sanierungsplan für die Brücken in Ihrer Verantwortung vor.“