Laut einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers plant die evangelische Kirche im Rheinland aus Kostengründen die Studierendenwohnheime in Düsseldorf, Köln, Aachen und Bonn zu schließen. Hierzu erklärt Dr. Bastian Hartmann, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:
„Die angekündigten Pläne der evangelischen Kirche im Rheinland zur Schließung von Wohnheimen für Studierende sind bedauerlich. Gerade in Großstädten wie Düsseldorf, Köln, Aachen und Bonn ist der Wohnungsmarkt ohnehin massiv angespannt. Für viele Studierende sind Wohnheime deshalb die einzige Möglichkeit, in Hochschulnähe leben zu können, weil ansonsten keine Wohnungen zur Verfügung stehen oder bezahlt werden können. Insofern gehen die Überlegungen der evangelischen Kirche genau in die falsche Richtung: Statt weniger Wohnheimen braucht es mehr.
Ein Gutachten im Auftrag des Wissenschaftsministeriums hat jüngst noch einmal bestätigt, wie wichtig zusätzliche Wohnheimplätze sind: In den derzeit von den Studierendenwerken betriebenen Wohnheimen liegt die Belegungsquote bei 95 bis 100 Prozent, die Anzahl der Wohnheimplätze im Verhältnis zur Anzahl der Studierenden liegt bei gerade einmal 0,05 bis 0,09. Auch vor diesem Hintergrund haben wir als SPD-Fraktion noch im Dezember den Antrag zum „Ende der Wohnungsmarktkrise: Gegen Wohnungslosigkeit und für soziale Wohnungspolitik in NRW“ eingebracht und unter anderem gefordert, dass die Ergebnisse des Gutachtens zeitnah umgesetzt werden. Schwarz-Grün hat den Antrag kurz vor Weihnachten mit ihrer Mehrheit abgelehnt.
Bei aller berechtigter Kritik an den Plänen der evangelischen Kirche im Rheinland müssen sich gerade auch Mitglieder der Regierungsfraktionen fragen lassen: Warum haben sie unseren Antrag abgelehnt, wenn sie die Notwendigkeit zusätzlicher Wohnheimplätze doch sehen? Und warum tragen sie seit Jahren eine Unterfinanzierung der Studierendenwerke mit? Wer die Mehrheit hat, darf mit dem Finger nicht nur auf andere zeigen. Wer regiert, muss auch handeln. Schwarz-Grün allerdings verschläft ihre Regierungszeit im Warmen.“

Dr. Bastian Hartmann
Wissenschaftspolitscher Sprecher
Telefon: +49 211 884 2073
E-Mail: bastian.hartmann@landtag.nrw.de

