07.12.2016 | Pressemeldungen

„Wir brauchen für Studierende und Hochschulen eine praktikable Lösung bei der Nutzung von digitalen Texten“

Ein neuer Rahmenvertrag, der nach einem entsprechenden Gerichtsurteil zwischen der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG-Wort) verhandelt wurde, sorgt derzeit an vielen Hochschulen und bei den Studierenden für Unmut. In dem Vertrag wurde sich darauf geeinigt, zukünftig digitale Schriftwerke, wie beispielsweise in "online Semesterapparate", nicht mehr pauschal, sondern pro Seite abzurechnen. Dies führt bei den Hochschulen zu einem bürokratischen Mehraufwand, der zu einer Abschaltung von digitalen Angeboten führen könnte. Dazu erklärt Dietmar Bell, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

"Die Sorgen der Studierenden sind berechtigt. Ihnen dürfen keine Nachteile entstehen. Die Umsetzung des neuen Vertrags ist für die Hochschulen nicht praxistauglich, eine Einschränkung des digitalen Angebots ist die Folge. Im digitalen Zeitalter ist dies aber nicht akzeptabel.

Wir setzen uns daher dafür ein, dass es eine praktikable Lösung für die Nutzung von digitalen Texten gibt. Gleichzeitig muss eine angemessene Vergütung von Autorinnen und Autoren gewährleistet werden, was aber nur gelingt, wenn die Hochschulen die entsprechenden Werke auch weiter vollumfänglich nutzen.

Alle Beteiligten, VG-Wort, die KMK und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sollten erkannt haben, dass die vertraglich geregelte neue Variante nicht reibungslos funktioniert und im Zeitalter der Nutzung digitaler Lerninhalte nicht zeitgemäß ist. Daher fordern wir die VG-Wort auf, zunächst einen Weg zu ermöglichen, der eine unbürokratische Nutzung der digitalen Schriftwerke auch über den 31. Dezember hinaus für den Zeitraum von Nachverhandlungen gewährleistet. Dann ist es wünschenswert, dass die beteiligten Verhandlungspartner ergebnisoffen zu einem neuen, praktikablen Vertrag gelangen. Dieser muss garantieren, dass die Hochschulen ihren Studierenden digitale Schriftwerke vollumfänglich weiter zur Verfügung stellen können und die angemessene Vergütung der Rechtinhaber gewährleistet ist."

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