24.06.2016 | Pressemeldungen

"NRW hat besondere Beziehungen zu Großbritannien und pflegt sie weiterhin"

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist Realität. Das Votum sorgt weltweit für unterschiedliche Reaktionen. "Wir werden die Entscheidung akzeptieren. Zugleich kommt Nordrhein-Westfalen eine herausragende Verantwortung zu, da unser Land eine besondere Beziehung zu Großbritannien pflegt", sagen Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Markus Töns, europapolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Mitglied im Ausschuss der Regionen (AdR).

Norbert Römer: "Die Entscheidung ist getroffen. Nun muss sie schnell, klar und konsequent umgesetzt werden. Jetzt sind wir alle in der Verantwortung, den Menschen mit unserer Politik in Europa Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben. Der Austritt hat Auswirkungen auf Wirtschaftsbeziehungen, Finanzmärkte, sogar auf persönliche Beziehungen. Die Abstimmung zeigt: Die Gräben zwischen EU-Befürwortern und -Gegnern sind tief - in Großbritannien und in anderen europäischen Ländern. Der Austritt wird auch den rechtspopulistischen Parteien neuen Auftrieb geben. Dabei geht es für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten einmal mehr um Themen wie Migration, sozialer Zusammenhalt, Frieden und Freiheit. Für uns ist und bleibt die EU ein Garant dafür. Deshalb muss sich Europa jetzt schnell neu ausrichten."

Markus Töns: "Wir bedauern das Brexit-Votum. Das Nein der Briten zur EU ist eine große Herausforderung für Europa und für NRW im Speziellen. Vor 70 Jahren ist unser Land entstanden. Großbritannien war sozusagen der Geburtshelfer. Seitdem haben wir ganz eigene Beziehungen mit der Insel: persönliche, wirtschaftliche und soziale. Diese Verbindungen werden wir gerade jetzt weiter pflegen und entwickeln. Wir werden und dürfen nicht zulassen, dass sich das in den zurückliegenden 70 Jahren Entstandene verschlechtert oder gar verliert. Wir sind von NRW aus mit gefordert in der wohl bisher schwersten Krise des vereinigten Europas. Die Idee der europäischen Einigung war eine Friedensidee. Das ist nicht selbstverständlich. In vielen Ländern inner- und außerhalb der EU herrscht Unruhe. Rechtspopulistische Parteien finden dafür einfache Antworten und treiben nur eine weitere Spaltung voran. Dem müssen wir entschlossen entgegentreten. Wir brauchen jetzt mehr denn je sozialen Frieden und Zusammenhalt."

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