09.03.2016 | Aktuelles

Im Dialog mit den Praktiker/innen der frühkindlichen Bildung

(Foto: v.l. Wolfgang Jörg MdL, Stefan Schwartze MdB, Ministerin Christina Kampmann, Norbert Römer MdL, Oliver Kaczmarek MdB und Marc Herter MdL)

Die SPD-Landtags- und Bundestagsfraktion wagten im Rahmen ihrer Kooperationsveranstaltung „Bund und Land in Kinderhand: Frühkindliche Bildung und Prävention im Jahr 2030“ einen Blick in die Zukunft. Mit rund 140 geladenen Praktiker/innen aus der frühkindlichen Bildung und der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, Christina Kampmann  wurde im SPD-Fraktionssaal im Landtag NRW über die Herausforderungen und kommenden politischen Aufgaben im Bereich der frühkindlichen Bildung und Prävention diskutiert.

Norbert Römer, Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, formulierte die Zielstellung des Fachforums in einem einführenden Statement wie folgt: „Wir wollen heute mit Ihnen ei-nen Blick in die Zukunft werfen: Wie sollte frühkindliche Bildung im Nordrhein-Westfalen des Jahres 2030 aussehen? Welche Ziele wollen wir bis dahin erreichen? Und in welchen Schritten und mit welchen Maßnahmen erreichen wir diese Ziele.“

Das Hauptanliegen der regierungstragenden Fraktionen bleibe es, so Ministerin Kampmann in ihrem Einführungsvortrag, Chancengleichheit sicherzustellen und Durchlässigkeit im Bildungssystem zu gewährleisten. Christina Kampmann wies in diesem Zusammenhang auf diese besondere Funktion von Kindertagesstätten hin – in denen erste und entscheidende Bildungsfortschritte erzielt würden. Ziel der Landesregierung sei es deshalb, den Kita-Ausbau für unter Dreijährige weiter voranzutreiben. Um die Qualität der frühkindlichen Betreuung ver-bessern zu können, müsse das unter schwarz-gelb eingeführte Kinderbildungsgesetz (Kibiz) einer grundlegenden Reform unterzogen werden. Ein wichtiges Anliegen der Landesregierung sei weiterhin „Ungleiches ungleich zu behandeln“, die Errichtung von Kitas und Familienzentren vor allem- und Kinderarmut besonders betroffenen Kommunen und Quartieren zu vereinfachen.

Diese und andere Fragen wurden in zwei Panelrunden mit Praktiker/innen aus den Jugendämtern, Familienzentren und kommunalen Stadtverwaltungen, aus Tageseinrichtungen und Kindertagesstätten diskutiert.

Im ersten Panel „Kein Kind zurücklassen - Prävention und Bildung im frühkindlichen Be-reich“, moderiert durch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Eva Maria Voigt-Küppers, wurde für die Fortführung des von der Landesregierung 2010 aufgelegten Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen“ plädiert. „Kein Kind zurücklassen“ zeige, dass vorbeugende Sozialpolitik dabei helfe, allen Kindern gleiche Chancen zu ermöglichen. Auch die unter rot-grün vorgenommenen Änderungen am Kinderbildungsgesetz wurden gelobt, müssten in den kommenden Jahren aber noch weiter vorangebracht werden. Die Ursache von Bildungsarmut sei immer auch Kinderarmut, weshalb die Zusammenarbeit von Familienzentren, Kinder-tagesstätten und Familien intensiviert werden müsse.

Im daran anschließenden zweiten Panel wurde unter Anleitung von Britta Altenkamp die Zukunft von „Profis für Bildung und Prävention“ diskutiert. Die steigenden Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher dürften nicht, so Beiträge aus dem Publikum, auf Kosten der Kinderfürsorge gehen. Es müssten mehr multiprofessionelle Teams eingesetzt werden, wofür mehr Erzieher/innen oder Hauswirtschaftskräfte an Kitas und Schulsozialarbeiter/innen an Schulen benötigt würden.

Norbert Römer schloss die Veranstaltung mit der Feststellung, dass im Bereich der frühkindli-chen Bildung und Prävention seit 2010 bereits einiges erreicht worden sei – mit Blick auf das Jahr 2030 aber auch noch einiges in Angriff genommen werden müsse. Dafür, so Norbert Römer, sei die Expertise und Erfahrung der geladenen Praktiker/innen unerlässlich.

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