22. September 2020

SPD-Fraktion fordert Zusammenschluss deutscher Stahlhersteller unter Staatsbeteiligung

Stahl ist Technologieträger: für klimaneutrale Wasserstofftechnik, für digitale Produktionsprozesse und für eine rohstoffarme Kreislaufökonomie. Ob Windräder, Elektroautos oder Eisenbahnbrücken – überall wird auch in Zukunft Stahl unabdingbar sein. Die SPD-Fraktion im Landtag NRW hat sich heute (22. September 2020) mit einem Impuls von Daniela Jansen, Unternehmensbeauftragte für die ThyssenKrupp AG im Düsseldorfer Zweigbüro des Vorstands der IG Metall, über Stand und Perspektiven von Wasserstoff in der Stahlindustrie in NRW informiert. Im Rahmen der Diskussion erneuerte die SPD-Fraktion ihre Forderung an die Landesregierung, sich für einen Zusammenschluss der deutschen Stahlhersteller unter Beteiligung des Staates einzusetzen. Nur so könne die finanzielle Sicherheit für umfassende und dringend notwendige Zukunftsinvestitionen in der Stahlbranche gegeben werden.

„Mit grünem Wasserstoff hergestellter Stahl kann zum Kern der nachhaltigen Industrie in NRW werden“, sagte dazu Frank Sundermann, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. „Die dafür nötigen Investitionen können die durch die Corona-Krise und den globalen Dumpingwettbewerb heftig unter Druck stehenden Stahlunternehmen, allen voran ThyssenKrupp Steel, jedoch nicht alleine stemmen.“ Statt entfesselter Märkte sei deshalb jetzt zügig aktives staatliches Handeln im Interesse unserer Wirtschaft und der Beschäftigten gefragt.

Die Alternative sei Importstahl aus schmutzigen Fabriken in Osteuropa oder Fernost und eine dramatische Deindustrialisierung in unserem Land. Sundermann: „Wir wollen stattdessen modernste, klimafreundliche Stahlproduktion mit guter Arbeit in NRW.“

Daniela Jansen ergänzte: „Die IG Metall unterstützt einen Sektor übergreifenden Ansatz. Unser Ziel ist es, langfristig Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das funktioniert nur, wenn wir Branchen wie Stahl und andere Grundstoffindustrien, die chemische Industrie, den Maschinen- und Anlagenbau und die Mobilitätsbranche zusammendenken.“

Bei dem dringend notwendigen Umbau der Stahlbranche gehe es nicht nur um die nächsten Jahre, so Frank Sundermann weiter. „Schon in den kommenden Monaten entscheidet sich, ob wir überhaupt noch eine bedeutende eigene Stahlindustrie haben werden, die für einen solchen Weg die qualifizierten Mitarbeiter, die Anlagen und das Know-how hat. Der Countdown läuft.“

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