09. Mai 2018

Kinder besser vor Passivrauch im Auto schützen

Die SPD-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat einen Antrag mit dem Titel „NRW fordert zusätzliche Maßnahmen zur Tabakprävention und den Passivraucherschutz von minderjährigen Kindern in Autos“ in die Beratungen des Landtagsplenums in der kommenden Woche eingebracht. Dazu erklärt Dennis Maelzer, Sprecher für Kinder, Jugend und Familie der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Etwa eine Million Kinder in Deutschland sind den Gefahren durch Passivrauchen in Autos bislang schutzlos ausgeliefert. Vor allem bei kleinen Kindern befinden sich die Atemwege noch in der Entwicklung, und Tabakrauch im Auto wirkt sich besonders negativ aus. Hier ist die Konzentration der Schadstoffe fünf bis sechsmal so hoch wie in Raucherkneipen.

Hinlänglich bekannt ist, dass Passivrauchen die Gesundheit gefährdet. Insbesondere Kinder sind hiervon betroffen, da sie eine höhere Atemfrequenz aufweisen und sich die Lungen bis zum 20. Lebensjahr noch herausbilden. Darüber hinaus ist ihr Entgiftungssystem nicht so ausgereift wie bei Erwachsenen. Die Konsequenzen des Passivrauchens von Kindern können akute und chronische Atemwegserkrankungen, die Verschlimmerung einer bereits vorhandenen Asthma-Erkrankung oder auch eine Erhöhung des Blutdrucks sein. Kinder, deren Eltern rauchen, leiden häufiger an Lebertumoren oder auch an Leukämie. Bei Säuglingen steigt das Risiko eines plötzlichen Kindstods.

Die Tabakprävention und der Passivraucherschutz in Deutschland hinken im internationalen Vergleich sowohl den medizinischen Empfehlungen als auch den in internationalen Verträgen vereinbarten Standards weit hinterher. Tabakprävention, Tabakwerbeverbote und Raucherstoppprogramme sind wichtige Instrumente, um heutige und zukünftige Generationen vor den gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums und des Passivrauchens zu schützen. Um insbesondere Kinder und Jugendliche vor den Folgen des Tabakkonsums zu schützen, bedarf es frühzeitiger Präventionsmaßnahmen und Aufklärungskampagnen bereits ab der Kita.

Insbesondere minderjährige Kinder müssen besser vor den Folgen des Passivrauchens geschützt werden. Die SPD-Fraktion unterstützt die Forderung der Bundesärztekammer und der Bundesdrogenbeauftragten, ein Rauchverbot bei Autofahrten mit minderjährigen Kindern einzuführen und wir fordern daher die Landesregierung auf, zeitnah über den Bundesrat ein Gesetz einzubringen, das das Rauchen in Autos bei Anwesenheit von minderjährigen Kindern verbietet und entsprechend sanktioniert.“

Andreas Hahn

Pressesprecher und
Leiter der Pressestelle
Telefon: +49 211 884 2808 Fax: +49 211 884 2042 E-Mail: andreas.hahn@landtag.nrw.de

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