08. April 2021

Distanzunterricht ist Konsequenz aus Mangel an Vorbereitung

Ab kommenden Montag schickt die Landesregierung die meisten der 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler wieder in den Distanzunterricht. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Diese Kehrtwende ist eine schulpolitische Bankrotterklärung mit Ansage. Während die Landesregierung morgen bekannt geben will, welche Modell-Kommunen in Nordrhein-Westfalen ihr öffentliches Leben in beschränktem Rahmen und mit entsprechenden Testkonzepten wieder hochfahren dürfen, schickt die Schulministerin die meisten der 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler wieder ins Home-Office. Als aber noch vor den Ferien Städte wie Dortmund oder Duisburg angesichts steigender Infektionszahlen Alarm geschlagen haben, ließ die Schulministerin die Hilferufe der Oberbürgermeister noch an sich abblitzen. Das passt alles hinten und vorne nicht mehr zusammen. Eine klare Linie lässt sich hier schon lange nicht mehr erkennen.

Hatte Ministerpräsident Laschet nicht erst gestern noch betont, dass eine Öffnung der Schulen dann infrage komme, wenn das Testen überall funktioniert? Das scheint offenbar nicht der Fall zu sein. Warum die Landesregierung das aber erst seit heute weiß, ist kaum nachvollziehbar. Reden Frau Gebauer und Herr Laschet nicht mehr miteinander?

Der Eindruck drängt sich auf, dass die Landesregierung die Notbremse ziehen muss, weil sie wieder einmal mit den Vorbereitungen nicht hinterhergekommen ist. Eine Testpflicht, die keine ist. Tests, die später kommen als angekündigt. Ein Brücken-Lockdown, den es nicht gibt. Die vergangenen Tage haben vor allem eins: Verwirrung gestiftet. Ausbaden müssen es wieder einmal die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern sowie die Lehrerinnen und Lehrer. Wie sollen die Eltern das jetzt wieder so kurzfristig organisieren? Mit welchen Urlaubstagen sollen sie das noch bewerkstelligen? Alle diese Fragen bleiben heute unbeantwortet. Die Landesregierung fällt zurück in altbekannte Muster, von denen wir gehofft hatten, das sie überwunden sind. So lässt sich nur ein Fazit ziehen: Dieser Distanzunterricht ist die Konsequenz aus einem Mangel an Vorbereitung.

Jochen Ott

stellvertretender Fraktionsvorsitzender Schulpolitischer Sprecher
Telefon: +49 211 884 2323 Fax: +49 211 884 3215 E-Mail: jochen.ott@landtag.nrw.de

Andreas Hahn

Pressesprecher und
Leiter der Pressestelle
Telefon: +49 211 884 2808 Fax: +49 211 884 2042 E-Mail: andreas.hahn@landtag.nrw.de

Jochen Ott

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