06. Juli 2018

Ausgrenzung statt Inklusion – Landesregierung zementiert das System der Förderschulen

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat heute die Eckpunkte für ihr Konzept der schulischen Inklusion. Dazu erklärt Jochen Ott, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Inklusion ist keine Ideologie, sie ist ein Menschenrecht. Die Landesregierung erreicht mit ihren Eckpunkten die von der Bundesrepublik verabschiedete Behindertenrechtskonvention in keinem Fall. Durch die Pläne der Mitte-Rechts Regierung wird das System der Förderschule zementiert. Die geplanten Förderschulgruppen an allgemeinbildenden Schulen fördern nicht die Inklusion, sondern die Ausgrenzung.

Für Inklusion sind nach den Vorstellungen der neuen Landesregierung nur noch die Schulen des integrierten Schulsystems sowie Haupt- und Realschulen zuständig. Das Gymnasium bekommt eine Sonderregelung: Hier ist kein inklusiver Unterricht bindend vorgeschrieben. Damit führt die Landesregierung die Ausgrenzung in der Inklusion ein und schränkt das Recht der Eltern ein, eine Schule frei zu wählen.

Durch den Behalt und die flächendeckende Versorgung mit Förderschulen werden Ressourcen gebunden, die an inklusiv arbeitenden Schulen dringend benötigt werden. Lehrerinnen und Lehrer mit sonderpädagogischer Ausbildung können durch die Steuerung der Landesregierung nur schwer an den Schulen eingesetzt werden, die sie benötigen: Schulen des gemeinsamen Lernens.

Wer eine inklusive Gesellschaft möchte, der muss Barrieren abbauen und keine zusätzlichen Hürden aufbauen.“

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