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Live life, love learning

Besser als mit diesem Zitat der Internationalen Friedensschule in Köln kann man für das Lebenslange Lernen nicht werben. Und das tut not. Denn Digitalisierung und Globalisierung haben unsere alte Industriegesellschaft in einer ungeheuren Geschwindigkeit und Durchsetzungskraft zu einer Informationsgesellschaft verändert.

von Gabriele Hammelrath, Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Bildung.
20. November 2019,

Wir arbeiten an PCs oder in Fertigungsstraßen und wir kaufen im Internet oder scannen unsere Einkäufe an den Kassen selbst. Wir streamen Fernsehprogramme und informieren uns in Facebook, Instragram oder bei Wikipedia. Wir kommunizieren mit Familie und Freunden über Skype oder Whatsapp. All diese Technik beherrschen wir – und haben manches Mal den Verdacht, dass sie uns beherrscht.

Politisch reicht das Spektrum von der neoliberalen Begeisterung für alles Neue – egal, wer daran verdient oder wem es nützt, egal welche unserer Daten verwendet und verkauft werden.

Und es gibt die Vergangenheits-Beschwörer, die sich in Deutschland einigeln wollen und zurück wollen in eine Welt der 50er Jahre.

Was wollen wir Sozis? Wir wollen, dass von den neuen Entwicklungen nicht nur einige Wenige profitieren, sondern möglichst Viele souverän in dieser Welt bestehen können. Und dazu brauchen wir eine weitere Veränderung: die von der Informationsgesellschaft zur Bildungsgesellschaft.
Und da macht mich ungeduldig, wie eng das Thema diskutiert wird. Selbstverständlich braucht es den Breitbandausbau und brauchen wir Laptops oder iPads in Schulen und Whiteboards und Blended-Learning Angebote in der Weiterbildung. Aber das trifft nicht den Kern. 

Wir müssen Menschen Lust an Veränderung und Lust auf das dazu notwendige ständige (Weiter-)Lernen machen. Denn das werden wir alle müssen – egal ob jung oder alt und egal mit welchem Schulabschluss. Bildung und Weiterbildung müssen einen anderen Stellenwert bekommen – in der Wertschätzung und auch in den Finanzhaushalten im Bund, im Land und in den Kommunen.


Und damit keiner und keine abgehängt wird, brauchen wir Weiterbildung für Alle. Dabei meint „Weiterbildung“ nicht nur berufliche Qualifizierung, sondern auch den selbstbewussten und kritischen Umgang mit all den Möglichkeiten unserer Welt und unserer Gesellschaft. Eben souveräne Teilhabe.

Und „für Alle“ müssen wir die Bedingungen schaffen. Das heißt natürlich ausreichend entsprechende Angebote und Settings vorhalten. Das heißt aber auch, durch bezahlte Freistellungen von Arbeit und durch Finanzierungshilfen und Förderprogramme die Teilnahme ermöglichen. 
Es gibt also reichlich zu tun auf dem Weg in die Bildungsgesellschaft.

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1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Live life, love learning | Dirk Bachhausen am 24. Juni 2020 um 18:03

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