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Ein Pitch für die Bildung

Lernen, ob in der Schule, Hochschule oder über das gesamte Leben hinweg, ist längst nicht mehr das gleiche Lernen, das es noch vor 10 Jahren oder gar einigen Jahrzehnten war.

von Ina Spanier-Oppermann, Mitglied im Ausschuss für Schule und Bildung..
17. November 2019,

Frontalunterricht und Auswendiglernen etwa von Gedichten, Merksätzen oder Geschichtszahlen: So sah vor 40 Jahren häufig der Schulalltag aus. Heute haben Schüler mehr Freiheiten und Abwechslung. Unterschiedliche Konzepte wie etwa Gruppenarbeit, Wochenplan-Projekte, Lernspiele oder Stoffvermittlung mithilfe digitaler Medien sorgen für einen interessanten und zeitgemäßen Unterricht und bieten auch neue Chancen der Bildungsgerechtigkeit, indem Barrieren abgebaut werden. Rechnen am Tablet im Mathematikunterricht, virtuelle Museumsbesuche im Geschichtsunterricht und Trickfilme erstellen im Fremdsprachenunterricht. Das ist keine Utopie, sondern durchaus schon Realität an vielen Schulen.

In Deutschland ist der Schulalltag geprägt von hoher Differenzierung und zeigt: Die Welt des Lernens ist heute eine andere.
Doch nach wie vor gilt: Unsere Bildung ist unser Kraftwerk, das alle gesellschaftlichen Bereiche mit Energie versorgt. Umso wichtiger ist es, dass immer ausreichend Energie verfügbar ist.

Durch Bildung sind wir zu dem geworden, was wir heute sind. Unser Land hat sich oft gewandelt und wandeln müssen und mit ihm auch die Bildungslandschaft in diesem Land. Wir befinden uns in einem Umbruch, einem Umbruch, der nicht in naher Zukunft stattfindet, sondern rasend schnell bereits läuft. 

Die Digitalisierung verändert unsere Bildung, unsere Arbeit, unser Leben und auch uns selbst fortlaufend. Oftmals ohne dass wir es überhaupt bewusst bemerken.

Über die Digitalisierung wird viel geschrieben und diskutiert. Alles soll mit allem vernetzt werden. Auch in Nordrhein-Westfalen. Auch in den Schulen. Wie auch immer wir es nennen, digitale Bildung, Digitalität in der Schule oder digitales Lernen. Fest steht: Der digitale Wandel verändert uns, unsere Gesellschaft und auch unsere Bildung nachhaltig.

Wir befinden uns mitten in einem digitalen Strukturwandel

Nordrhein-Westfalen war schon in der Vergangenheit Vorreiterland und soll es auch in der Zukunft sein. Die Frage, die wir uns dabei jedoch stets stellen müssen ist: Welche Rolle spielt der Mensch in diesem Prozess? Viele Bereiche, die sich bereits in der dritten oder vierten Welle des digitalen Strukturwandels befinden, kommen erst jetzt in unseren Fokus. Nicht, weil wir eine Entwicklung verschlafen haben, sondern aufgrund der Geschwindigkeit des Wandels. 

Was für uns entscheidend sein muss, ist nach vorne zu blicken. Hierbei hat besonders der Bildungsbereich eine Schlüsselrolle inne. Diejenigen, die unsere Zukunft sind, nämlich unsere Kinder, müssen wir auch fit für die Zukunft machen. Wir müssen Bildung gestalten, formen und an die jeweiligen Bedürfnisse der Gesellschaft anpassen. Diese Chance müssen wir ergreifen und nutzen. 

Gestaltung findet aber nicht nur im technischen Bereich statt. Selbstverständlich ist die adäquate Ausstattung mit Hard- und Software eine Grundvoraussetzung. Aber auch die sozialen und pädagogischen Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden. Das Gesamtpaket ist entscheidend. 

Diese Prozesse parallel auf das Gleis zu bringen, ist die entscheidende Herausforderung. Analoge und digitale Bildung stehen nicht im Widerspruch, sie ergänzen sich gegenseitig, solange wir sie verstehen, anwenden und entwickeln können.

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